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27.01.2016, 11:08 Uhr
Senioren-Union lehnt Zwangstests für ältere Autofahrer ab
Otto Wulff: "Pflichtuntersuchungen haben keinen positiven Effekt auf die Verkehrssicherheit"
Zwangstests zur Überprüfung der Fahrtauglichkeit älterer Autofahrer lehnt die CDU-Senioren-Union (SU) entschieden ab. Zu einem entsprechenden Vorstoß seitens der Versicherer auf dem am 27. Januar in Goslar beginnenden 34. Verkehrsgerichtstag erklärte SU-Chef Otto Wulff in Berlin: „Solche Pflichtuntersuchungen haben nachweislich keinen positiven Effekt auf die Verkehrssicherheit."
 Der CDU-Politiker verwies auf Studien in mehreren europäischen Ländern, den USA und Australien, denen zufolge die Nachteile sogar überwiegen würden. Der Grund sei, dass ältere Autofahrer "aus Angst vor einem Selektionsprozess" auf eine für sie erheblich gefährlichere Art der Mobilität, etwa das Fahrradfahren oder andere altersrelevant riskante Fortbewegungsarten wechseln würden.
Statt ältere Menschen in ihrer Mobilität weiter einzuschränken und auszusondern, spricht sich die Senioren-Union nachdrücklich dafür aus, das Angebot an freiwilligen Beratungs- und Qualifizierungsmaßnahmen für ältere Autofahrer auszubauen. Auf diese Weise könnten Senioren, insbesondere wenn sie 75 Jahre und älter seien, individuelle Schwächen erkennen und gezielt ein situationsgerechtes Fahrverhalten einüben. Hier seien die Verkehrsclubs, aber auch die Versicherer gefordert. Denkbar wäre, so SU-Chef Wulff, die Teilnahme an solchen Kursen mit einem Bonus bei der Kfz-Versicherung zu belohnen. Dies im Hinblick darauf, dass Senioren ohnehin „teilweise horrende Risikoaufschläge allein aufgrund ihres Alters zahlen müssen."
An die Automobilindustrie appellierte Wulff, verstärkt seniorenfreundliche Autos zu bauen. Fahrerassistenzsysteme sollten mehr als bisher auf die jeweiligen Informations- und Unterstützungsbedürfnisse unterschiedlicher Altersgruppen abgestimmt werden.
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